Bodenseekongress


Stand des Gpz Überlingen auf dem Bildungskongress

Teilhabe durch Bildung
in der Arbeitswelt und Freizeit
Bodenseekongress in Friedrichshafen

Der diesjährige „Bodenseekongress“ in Friedrichshafen im Graf-Zeppelin-Haus befasste sich in der Zeit vom 26.05. bis 27.05.2011 mit dem Thema: „Teilhabe durch Bildung“. Es waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GePetZt-Redaktion mit einem Stand vertreten, auf dem das Sonderheft „Sichtweisen“ verkauft und das GePetZt – Magazin sowie die organisatorischen Zusammenhänge und alle Werkstattbereiche im GpZ Überlingen vorgestellt worden sind.

Der Fokus dieser Veranstaltung lag auf Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen, sowie Lernschwäche. Das Thema: „Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Arbeitswelt“ wurde in den einzelnen Beiträgen immer mal wieder erwähnt, stellte jedoch eine Randgruppierung dar. Zudem war es zeitlich kaum möglich sich in den meist 10 Minuten dauernden Pausen an den 15 unterschiedlichen Messeständen zu informieren, da dies der enggesetzte Zeitplan zwischen den Vorträgen nicht zuließ.
Der gewünschte Kontakt, welcher als „Nebeneffekt“ erzielt werden sollte, blieb somit weitgehend erfolglos.
Das Teilnehmerklientel des Kongresses bestand überwiegend aus LehrerInnen, AusbilderInnen, SozialpädagogenInnen (aus den Bereichen Bildung und Freizeit), ErzieherInnen sowie LeiterInnen von Einrichtungen wie Wohngruppen oder Internate, mit dem Schwerpunkt „körperliche Behinderung“. Diese Tatsache machte es uns schwierig, die Belange sowie Bedürfnisse von psychisch kranken Menschen in der Arbeitswelt zu vermitteln. Wir hatten uns anfangs, was unser Anliegen betraf, mehr Interessenten erhofft und mehr Resonanz erwartet. Rückblickend betrachtet darf in diesem Zusammenhang konstatiert werden, dass es den Menschen an den anderen Messeständen genauso wie unserem Team erging. Die Folge war, dass wir fast die Einzigen mit einer „rund-um-die-Uhr“ Präsenz am Stand waren.
Schwerpunkte bei den Vorträgen und Referaten hingegen waren neben der Vorstellung von Modellen aus den Bereichen Schule – Ausbildung – Freizeit von Menschen mit geistigen und körperlichen Handicaps die Vermittlung von Ausbildungsplätzen sowie die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten.
Im ersten Teil wurden zu diesen Thematiken unterschiedliche Vorträge von fachkundigen Referenten aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gehalten. Im zweiten Teil fanden unterschiedliche Foren zu diesem Themenkreis statt. Eine Abschlussdiskussion rundete die Veranstaltung ab. Im Rahmen dieser wurde eine Dokumentation vorgestellt, welche sich an die nationalen Parlamente, das Europa Parlament und an die Vereinten Nationen richtet.
Das zentrale Streben bestand darin, nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, um Bildungswege für Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen möglichst normal zu gestalten.
Der klassische Weg für Menschen mit Behinderung: Sonderförderschule; Förderschule; Werkstatt für Behinderte (WfB) wurde weitgehend als nicht mehr zeitgemäß beschrieben. So wurden über neue Möglichkeiten zur Inklusion (Einbeziehung/Wertschätzung) von Menschen mit Einschränkungen nachgedacht und diskutiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Schaffung von Netzwerkstrukturen zwischen Arbeitsagenturen, den Werkstätten und den beruflichen Schulen. So lernen z.B. im Landkreis Lörrach viele Menschen mit Einschränkungen ihren Beruf nicht in „geschützten Werkstätten“ sondern in regionalen Unternehmen der freien Wirtschaft, mit dem Ziel einer betrieblichen Übernahme ins Arbeitsleben.
Lassen sich diese oder ähnliche Strukturen in anderen Ländern/Landkreisen schaffen und lassen sie sich übertragen? Welche Schwierigkeiten gibt es? Wie sind andere Länder bei der Ausbildungsplatz-/Arbeitsplatz-Suche von Menschen mit Einschränkungen organisiert?
Mit diesen oder ähnlichen Fragen, bis hin zur sinnvollen Freizeitgestaltung, reichten die Kongressinhalte. Es wurde eine Resolution beschlossen, welche sich an das Europäische Parlament wendet. Inhaltlich wurde nochmals das Ziel der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen genauso gefordert wie das Recht auf Ausbildung und Arbeit sowie die soziale Anerkennung der unterschiedlichen Einschränkungen.
Bei Redaktionsschluss lag diese in ihrer vollständigen Fassung leider noch nicht vor.

AP

Textquellen: Powerpoint und Wortbeiträge der genannten ReferentenInnen