Nicht gesucht, aber gefunden


Ich erfuhr von der „GePetZt“ durch eine Kollegin im Digitalservice. Als ich
mir da als Probearbeiterin die Abteilung angeschaut habe, sprach sie mich an und fragte, ob ich nicht mal für die Zeitung schreiben wolle. Am beliebtesten war da wohl die Rubrik „Von Betroffenen für Betroffene“, und für die nächste Ausgabe hätten sie in der Rubrik noch nichts. Ich könne ja über mein Krankheitsbild schreiben. Ich bat mir Bedenkzeit aus und besorgt mir eine Ausgabe. Ich fand die „GePetZt“ gut und hatte Spaß am Schreiben. So sagte ich zu und fing erstmal an zu recherchieren. Über mein Krankheitsbild hatte ich mich schon lange informiert und wusste, was ich wo finden konnte. Die Recherche machte die Kollegin mit mir gemeinsam. Ich fragte damals noch nicht warum sie bei der Sichtung der Informationen im Internet sagte, das müssen wir um schreiben. Ich fand doof, dass sie mir nicht erklärte, dass ich nicht einfach Passagen aus dem Internet wortwörtlich übernehmen durfte und dass das generell nicht erlaubt ist. Auch wusste ich da noch nicht, dass ich die Quellen angeben müsse. Der Artikel kam gut an und ich wurde gefragt, ob ich für die nächste Ausgabe wieder etwas schreiben wolle. Ich hatte Spaß am Schreiben und auch genug Freizeit, so sagte ich zu. Ich war dann wieder in der Gartengruppe,
wo ich auf einen festen Platz im Digitalservice wartete und konnte nicht an den Redaktionssitzungen teilnehmen. So bekam ich das Feedback gar nicht so richtig mit. Ich hatte einen festgelegten

Termin, an dem ich mit der Kollegin die Korrekturen vornahm. Im Sommer 2009 bekam ich meinen festen Platz im Digitalservice und konnte auch an den Redaktionssitzungen teilnehmen. Die Korrekturen machte ich ab da auch selbst. Als ich meinen 3. Artikel für die Zeitung schrieb, war klar, dass ich jetzt dazu gehörte. Ich wurde nicht mehr gefragt, ob ich was schreiben wolle, sondern worüber ich schreiben wolle. Lange wurde ich nicht darüber aufgeklärt, dass das Schreiben der Artikel während der Arbeitszeit erlaubt war. Aber das hat mir nichts ausgemacht, da ich die besten Ideen immer morgens auf meinem Balkon hatte, wenn die ersten Sonnenstrahlen rauskamen. Lustig finde ich jetzt, dass mir eine Idee für einen Erfahrungsbericht unter der heißen Dusche
kam. An dem Absatz probierte ich schon wochenlang rum. Danach passierte es noch öfters. Aber es ist nicht so, dass mir keine Einfälle mehr in der Freizeit kommen, aber es erleichterte es natürlich. Aufgefallen ist mir, dass, wenn ich positive Rückmeldungen bekam, ich das nicht so recht glauben konnte. Da hat bestimmt jemand beim letzten Korrekturlesen auch
noch den Text verändert, dachte ich oft. Beim nochmaligen Vergleich mit meinem Manuskript stellte sich aber meist heraus, dass ich es wirklich so formuliert hatte. Das Schreiben der Erfahrungsberichte war auch wie eine andere Art Therapie für mich, die ich nebenher machte, aber auch das Annehmen von Lob und es so stehen zu lassen.
V.T.

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