Anleitung zum Leben – Der heilsame Weg


Jahrestraining Miteinander Heilen

■ Guten Tag Timm, herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview genommen hast. Du hast verschiedene Fortbildungen gemacht und bietest ein Jahrestraining zum Thema „Miteinander Heilen“ an.

Wie schaffst du es, möglichst viele Menschen dafür zu begeistern?
Timm Cebulla: Ich lege keinen Wert mehr auf viele Plakate. Entweder ist die Zeit reif und die passenden Leute kommen zu mir

oder es ist noch was Anderes dran für mich und für Andere… „Wenn der Schüler bereit ist, wird sein Lehrer erscheinen“ sagt man doch. Bei Angeboten wie meinem ist das oft erst dann, wenn es gar nicht mehr anders geht.
War es bei dir genauso?
Ja. Ich sage immer: „Multiple Lebenskrise: bei der Gesundheit, in der Beziehung, im Beruf“. Also der Mensch lernt nur über den Schmerz, meistens.
Das ist eine sehr treffende Aussage.
Ist Schmerz ein Teil von Schicksal, eine Aufgabe, die wir uns gesucht haben und daher vielleicht eher akzeptieren lernen können?
Schmerz ist ein Ruf der Seele. Die Seele will leben. Und sie „schickt“ uns Zeichen, insofern ist Schmerz „Schicksal“. Und ja, es ist DIE (!) Aufgabe im Leben, die Seele zu hören und ihr zum Leben zu verhelfen. Für uns persönlich, um wirkliches Glück und Frieden im Leben zu finden, und auch ganzheitlich und spirituell gesehen. Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen, ist der Sinn des Lebens. Wahre und erfüllte Lebendigkeit ist, wenn die Seele lebt, im Körper und im Geist. Und da ist doch ein Ruf der Seele ein Geschenk! Aber offenbar gibt es da etwas, was der Mensch nichtnicht hören und nicht sehen will, einen blinden Fleck.

Was hat es mit diesem blinden Fleck auf sich?
Jeder Mensch hat Schmerz erfahren in der Kindheit. Schmerz hat mit unerfüllten Bedürfnissen zu tun. Wenn beim Kind seelische Bedürfnisse nicht erfüllt werden können von den Eltern, dann ist Schmerz da. Und der Schmerz, der wird verdrängt. Ein Kind kann nicht anders, ein Kind muss es so machen. Wenn die Eltern bestimmte Bedürfnisse nicht erfüllen können, das Kind selbst kann es nicht, dann bleibt dem Kind nur die Wahl zu sterben, verrückt zu werden, oder den Schmerz und auch die Bedürfnisse, die dahinter stehen, zu verdrängen. Als Kind schneide ich mich auf diese Weise in der Regel immer mehr ab von meiner Seele, vom Kosmos, und ich lebe und agiere eine Ersatzidentität aus, damit ich in dem System, von dem ich noch abhängig bin, überlebe und mir die Liebe sichere, zu der meine Eltern fähig sind, die bedingte Liebe. Diese Muster im Denken und Verhalten sind der Grund, warum Menschen andere Menschen töten, warum die Welt aussieht wie sie aussieht. Die Welt ist voller verletzter Kleinkinder und jeder kann nur bei sich selbst anfangen. Ob ich mich der eigenen Heilung stelle, ist auch eine Ressourcenfrage, persönlich aber vor allem auch gesellschaftlich: wie weit ist die Gesellschaft, was gibt es für Lehrer und Helfer? Wie sehr stehe ich alleine da oder habe ich Menschen, die mich bestätigen oder bestärken? Ich glaube, wir sind da mittendrin in einem Wandel des Zeitgeistes. Wenn ich mir die Cover der Zeitschriften im Zeitungskiosk ansehe, bestärkt das meine Ansicht. Das ganze Thema Seele sowie Psyche bzw. Geist wird immer mehr gesellschaftsfähig. Offenbar kommt es zunehmend zu einer kollektiven Erkenntnis. Materiell haben wir alles, mehr denn je, und wir haben auch eine Durchdringung von Wissen und Weisheit, mehr denn je. Letzteres auch dank des Internets und der damit möglichen globalen Kommunikation von fast jedem Menschen zu fast jedem Menschen, und dem voneinander Lernen,

Mittlerweile kann man den Dalai Lama und den Papst online lesen, das ist wohltuender als manche Schlagzeilen. Wann hast du entschieden, dein Heilungswissen und deinen Erfahrungsschatz mit Suchenden zu teilen?
Der erste Moment war 2012, als ich noch in Berlin selbst Teilnehmer einer
Jahresgruppe war. Ich wusste, ich werde von Berlin weggehen an den Bodensee und habe in dem Moment in dem Raum so enorm viel Liebe gespürt, da wusste ich, das will ich nicht verlieren, nur weil ich aus Berlin weggehe, das will ich in meinem Leben weiter lebendig halten. Und da war die Idee geboren auch eine Jahresgruppe am Bodensee anzubieten.

Das heißt… du hast selbst an einer solchen Jahresgruppe teilgenommen?
Ja eineinhalb Jahre, zuerst in der Jahresgruppe und anschließend gab es eine Netzwerkgruppe.

Miteinander Heilen ist ein „Training für Herzöffnung, Lebensfluss und Allverbundenheit. Was empfiehlst du den Menschen, um näher bei sich zu sein im täglichen Tun?
Wenn ich eine Empfehlung aussprechen soll, dann die, dass man sich so oft man kann, so gut man kann, immer wieder neu ganz offen dem gegenwärtigen Moment stellt und schaut, was es jetzt braucht.

Du schreibst: „Ein symptomatisches Problem ist auch immer das Problem der Sucht. Suchtprobleme bestehen in stofflichen und Verhaltenssüchten. Jedes Suchtproblem wurzelt in dem Versuch, sich zu betäuben bzw. abzulenken von unangenehmen Gefühlen.“ … Wie gelingt die Auflösung alter, ungesunder Verhaltensmuster – und die Integration bzw. Aneignung neuer, gesünderer, gesunder Strategien?

1. Es geht um Achtsamkeit, im englischen Mindfulness. Es geht um den „mind“, dieses Hinschauen und Sehen, da ist auch ein bedürftiges Kind in mir. Dienlich sind meditative Übungen, sowie die Erforschung des eigenen Geistes, des eigenen Denkens, der üblichen Muster und der eigenen Kindheit.
2. Es geht darum, für das Kind da zu sein, zuzuhören, mit ihm zu fühlen. Und darum, das Kind sich ausdrücken zu lassen. Und das ganze gilt im Prinzip nicht nur für das Kind, sondern auch für den Erwachsenen in uns: Was will leben? Das erproben wir durch sehr viele durch Übungen für Wahrnehmung und Ausdruck. Und dabei üben wir uns auch darin, uns genau so zu akzeptieren, wie wir sind. Akzeptanz und Annahme ist eine wichtige Voraussetzung, um wirklich unmittelbar leben zu lassen, was leben will.
3. Es geht um ein Verständnis davon, was das Leben ist und wer ich wirklich bin. Was sind meine tiefen, meine seelischen Bedürfnisse? Und es geht um einen immer tiefer wurzelnden Glauben daran, also dass ich auch Seele bin. Auf englisch würde man vielleicht sagen: es geht um den richtigen „spirit“.

Zentral wichtig bei Miteinander Heilen ist eine Jahresgruppe – dass man sich einander ein Jahr lang in beständiger Zusammensetzung begleitet. Wer möchte, kann nach dem Jahr an der gemeinsamen Netzwerkgruppe aller Jahrgänge teilnehmen. Was kannst Du Menschen empfehlen, die gerne alleine in aller Stille ihre Heilung suchen, bietest du auch Einzeltraining an?

Timm: Ich biete Spaziergänge in der Natur an, bei denen ich viel zuhöre und einen Zugang zur Natur vermittle, wie in jedes Kind natürlicherweise kennt, ansonsten ist mein Schwerpunkt schon die Arbeit in der Gruppe. Wo, wenn nicht hier, können wir zwischenmenschliche Erfahrungen machen in einem geschützten Raum, damit wir dann auch im Alltag das Zwischenmenschliche besser meistern? Außerdem sind wir in einer Gruppe einander einfach enorm wertvolle Spiegel, und ja, da ist einfach mehr Feuer in einer Gruppe als nur zu zweit.

Daniela: Ich wünsche Dir viel Erfolg für deine weitere Arbeit, danke für das Interview und die Zeit und deine authentischen und spontanen Antworten….
■ Daniela Schmid

 

Mehr Infos auf der Homepage www.miteinander-heilen.de

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